Alles, was man als Reisender wissen muss...
Die Tour führte uns von Köln nach Wien, von wo wir der Donau über die Slowakei Richtung Ungarn folgten. In Ungarn sind wir dann durch das Bükk-Gebirge in Richtung Ukraine gefahren, wo wir mit Überqueren der Grenze die Kaparten und schließlich das ganze Land von West nach Ost bis zum Schwarzen Meer durchquerten. Über Odessa und die Krim weiter Richtung Russland. Hinter Volgograd dann entlang der Wolga bis ans Kaspische Meer.
Nachdem wir Kasachstan und den Aralsee hinter uns gelassen hatten, ging es endlich in das Hochgebirge Kirgisiens, einer der klaren Höhepunkte der Reise.
Von Kirgistan wieder zurück nach Kasachstan, durch das ehemalige Atomwaffentestgebiet bis Semipalatinsk und weiter über Sibirien und das Altai-Gebirge bis zur Mongolischen Grenze zu fahren.

Nach zähen, aber unvergässlichen Kilometern, durch die Mongolei erreichten wir schliesslich die Hauptstadt Ulaanbataar, wo wir die Motorräder verkaufen mussten. Die letzten Kilometer nach China nahmen wir dann mit dem Zug, Bus und diversen anderen Verkehrsmitteln in Angriff.





Die einzelnen Etappen

Köln - Deggendorf 617km
Deggendorf - Wien 362km
Wien - Gyöngyöns 391km
Gyöngyöns - Mucacevo 353km
Mucacevo - Masiutsy 442km
Masiutsy - Uman 387km
Uman - Odessa 370km
Odessa - Dofinokova 160km
Dofinokova - Kalaniak 309km
Kalaniak - Nicolajevka 273km
Nicolajevka - Mariupol 521km
Mariupol - Morozovsk 460km
Morozovsk - Chernny 450km
Chernny - Astrakhan 377km
Astrakhan - Grenze Kasachstan 188km
Grenze KZ - Saghyz 459km
Saghyz - Niemandsland 196km
Niemandsland - Embi 233km
Embi - Aral 371km
Aral - Ozylorda 582km
Ozylorda - Shimkent 465km
Shimkent - Ötmök Pass 392km
Ötmök Pass - Kochor 380km
Kochor - Song Köl 80km
Song Köl - Tosor 378km
Tosor - Almaty 430km
Almaty - Saryozek 261km
Saryozek - Ayaköz (KZ) 658km
Ayaköz - Rubtsovsk 462km
Rubtsovsk - Biysk 464km
Biysk - Chibit 390km
Chibit - Tolbo Nuur 383km
Tolbo Nuur - Tsagaan Nuur 295km
Tsagaan Nuur - Altai 352km
Altai - Bayankhongor 310km
Bayankhongor - Ölzit 354km
Ölzit - Ulaan Bataar 409km
-----------
13964km

Ulaanbataar - Peking 1532km
Peking - Shanghai 1275km
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2807km
-------------
GESAMT 16771km




Visa für Russland, Kasachstan und Kirgisistan:
Für die Beantragung der Visa für Russland, Kasachstan und Kirgisistan haben wir die Hilfe eines Visa-Service in Anspruch genommen, da wir nicht wussten, wie wir sonst an das offizielle Einladungsschreiben der Russischen Föderation hätten kommen sollten, ohne das kein Visum zu bekommen ist.
Dauer: 7 Wochen
Kosten: 347 Euro pro Person



Visum Mongolei:
Für das mongolische Visum haben wir unserer Reisepässe inklusive der Bearbeitungsgebühren in bar an die Botschaft der Mongolei in Berlin gesendet, die unser Anliegen dann sehr fix bearbeitet haben.
Dauer: 12 Tage
Kosten: 65 Euro pro Person



Visum China:
Wider aller Erwartungen war das Visum für die Volksrepublik China am einfachsten zu bekommen. Hierzu muss man persönlich bei der Vertretung in Frankfurt vorstellig werden. Wer eine telefonische Information der Botschaft oder des Konsulats einholen möchte, wird sehr schnell feststellen, dass der Anschluss ständig besetzt ist und die Jungs aus dem Reich der Mitte sich einen Dreck um die Anliegen aller potentiellen Touristen ihres Landes scheren. Obwohl einen das Konsulat mit dem Charme einer KFZ-Zulassungsstelle empfängt, wo man Wartemarken ziehen muss, war ich wirklich positiv überrascht, wie schnell die Bearbeitung unserer Anträge vonstatten ging.
Dauer: 45 Minuten
Kosten: 60 Euro pro Person



Internationaler Führerschein
Beantragung beim Bürgerbüro der jeweiligen Stadt gegen Vorlage eines neuen EU-Führerscheins.
Dauer: 5 Wochen (inklusive Beantragung EU-Führerschein)
Kosten: 16,30 Euro ( + 24 Euro für den EU-Führerschein)



Internationale Zulassungsbescheinigung:
Beantragung beim Straßenverkehrsamt. In meinem Fall wusste allerdings keiner der Angestellten, wie sie das Dokument auszustellen haben, geschweige denn, wie hoch die Gebühr sein solle. Also habe ich ihnen klargemacht, das die Gebühr 10,20 Euro beträgt (ich hab keine Ahnung ob das stimmt...).
Dauer: Wenn man mal von der Zeit absieht, in der man durch sämtliche Büros des Straßenverkehrsamtes geschickt wird - sofort.
Kosten: 10,20 Euro...




In der GUS anerkannte Krankenversicherung:
Kann man beim ADAC oder bei der UKV (Sparkasse) abschließen. Ich habe mich aufgrund der Leistungen im Krankheitsfall für die UKV entschieden.
Kosten: etwa 10 Euro für die ersten 56 Tage und weiter 1,40 Euro pro Folgetag




Grüne Versicherungskarte:
Unbedingt notwendig für die Einreise in die Ukraine aber auch für alle weiteren Europäischen Länder zu empfehlen. Einfach beim KFZ-Versicherer anrufen.
Kosten: nix
Dauer: 1 Tag

FAQs:

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, mit dem Motorrad von Köln nach Shanghai zu fahren?

AW: Ich hatte nach all den größeren und auch längeren Reisen, die ich in Süd-, und Mittelamerika unternommen habe einfach die Schnauze voll, mit dem Bus zu reisen. Außerdem hatte mich nach mehreren Touren in die östlichen Staaten Europas (Lettland, Litauen, Estland, Slowakei, Slowenien, ect.) in den letzten Jahren das Ostfieber gepackt. Der Osten rockt...
Shanghai deshalb, weil es sehr weit weg ist und der Name allein schon immer eine gewisse Anziehungskraft auf mich ausgeübt hat.




So eine Reise bedeutet für eine recht lange Zeit Vertrautes zurückzulassen. Wie sind eure Freunde und eure Familie mit eurem Entschluss umgegangen?

AW: Die fanden den Entschluss sehr mutig, waren jedoch auch sehr besorgt, da die meisten Länder ja (zu unrecht) keinen besonders guten Ruf genießen.




Auch finanziell ist eine solche Tour sicherlich mit hohem Aufwand verbunden. Könnt ihr einen ungefähren Überblick über euer Budget geben?

AW: Sieht man mal von den bei eBay ersteigerten Karren und der neuen Fotoausrüstung, sowie einem GPS Gerät ab, so kosteten die Visa etwa 500 Euro. Der Rückflug ebensoviel und da wir unterwegs hauptsächlich gezeltet haben, sind wir mit weniger als 2000 Euro ausgekommen.




Eine lange Tour will gut geplant sein. Wie viel Zeit habt ihr in die Planung gesteckt und was war besonders schwierig bei der Organisation?

AW: Etwa ein Jahr. Wir wollten ursprünglich durch den Iran fahren aber die Gebühren für das Carnet de Passage waren mir zu hoch. Ich heiße leider nicht Ewan Mc Gregor, der für solch eine Tour ein vollgetanktes Mopped nebst Servicefahrzeug vor die Tür gestellt bekommt. Probleme gab es eigentlich nur bei der Visageschaffung, da die meisten Länder eine Einladung verlangen.




Hat euch jemand oder etwas bei der Planung besonders unterstützt?

AW: Nö




Habt ihr euch auf die fahrerisch anspruchsvolle Tour besonders vorbereitet, zum Beispiel durch die Teilnahme an Enduro Trainings, oder hattet ihr vorher schon Offroad Erfahrungen?

AW: Bin des öfteren mal auf Truppenübungsplätzen rumgecruised aber ich war nie ein eingefleischter Endurofahrer. Man lernt einfach unterwegs von Sturz zu Sturz mehr dazu...;-)




Bei solchen Unternehmungen gibt es absolute Tiefpunkte und wirklich erhebende Momente. Was war auf der Tour euer schlimmster und euer schönster Moment?

AW: Die Freundin hat sehr gefehlt. Tiefschläge waren die Defekte in Russland und in der Ukraine, als wir dachten es sei aus. Und ganz klar der letzte Unfall. Der geilste Moment war es, zum ersten mal die schneebedeckten 7000er vor sich zu sehen oder morgens in der Mongolei aus dem Zelt zu krabbeln und diese unglaubliche Landschaft im frühen Sonnenlicht zu sehen. So was vergisst man nie...




Würdet ihr die Tour noch mal mit der Yamaha XTZ fahren, oder doch eher auf ein anderes Motorrad setzen?

AW: Jederzeit wieder dieses Motorrad!!!!!!!!! Wir haben unterwegs neueste BMWs und KTMs gesehen, die wesentlich größere Probleme mit der Strecke hatten.




Wie habt ihr während der Tour mit der Heimat den Kontakt gehalten?

AW: Über meine Homepage und per E-Mail. An die engsten Vertrauten, wenn wir in der Nähe von Städten waren, per SMS.




Wie habt ihr das mit dem Tanken gehandhabt? War der Sprit mal knapp?

AW: Hatten 10 Liter Kanister dabei. Haben wir aber eigentlich nur in Kirgistan und der Mongolei gebraucht.




Gab es etwas, dass ihr nicht mitnehmen konntet und das ihr doch gebraucht hättet?

AW: Mehr Bücher...




Im Gegenzug: Gab es etwas, was ihr mitgenommen habt, und überhaupt nicht gebraucht habt?

AW: Wir hatten Anfangs zuviel Schrott dabei, den wir schließlich verschenkt haben. Einen zweiten Topf, 'ne Pfanne, 'ne Petroleumlampe, 'nen zweites Zelt, ect.. Das A und O ist es, so wenig wie möglich mitzunehmen. Eine Jeans, drei Unterhosen und drei T-Shirts – fertig.




Würdet ihr rückblickend sagen, dass die Tour so geworden ist, wie ihr sie euch vor dem Start vorgestellt habt?

AW: Sie war definitiv anstrengender als erwartet. Nicht umsonst hab ich elf Kilo abgenommen. Aber es hat sich gelohnt, oh ja...



Hat sich eure Freundschaft durch die lange Tour zu zweit verändert?

AW: Nee, obwohl wir uns des öfteren beinah umgebracht hätten. Besonders weil die Intimsphäre aus Gründen der Gewichtersparnis in nur einem Zelt arg eingeschränkt ist und Alain die schlimmsten Schweißfüße hat, die man sich vorstellen kann...




Gibt es etwas, dass ihr anderen Motorradreisenden mit auf den Weg geben könnt?

AW: Nehmt so wenig mit wie möglich! Alles andere ergibt sich von selbst. Es ist erstaunlich, dass es für jedes noch so heftige Problem unterwegs immer eine Lösung gibt. Bloß nicht zu viel planen. Es kommt immer anders als man geplant hat...



Wohin geht die nächste Reise, oder ist eine solche Tour etwas, dass man nur einmal im Leben unternimmt?

AW: Die nächste Reise wird mich wieder zurück führen - allerdings nur geistig. Denn ich werde wohl bei Zeiten versuchen ein Buch über die Tour zu schreiben. Ansonsten wollte ich schon immer mal nach Island und Grönland. Eigentlich aber nur für ein paar Wochen um dort zu Fotografieren. Irgendwann ist dann mal die Panamericana dran. Wer einmal eine solche Tour gemacht hat, kann es wahrscheinlich nicht darauf beruhen lassen. Ich erinnere mich in dem Zusammenhang an die Worte der sehr alten Dame auf dem Campingplatz bei Passau. Die nämlich sagte: "Wenn es eins gibt, was ich rückblickend auf mein Leben wirklich bereue, dann ist es jede Mark, die ich nicht fürs Reisen ausgegeben habe"... Verdammt, wie recht sie hat!


Oft werde ich auch gefragt, was uns die reise in etwa gekostet hat.

Ich kann dazu erstmal sagen, dass es wesentlich günstiger war, als erwartet:

Versicherungen, Visa und Papierkram: etwa 500-600 Euro
Spritkosten bis Ulan Bator : etwa 500 Euro
Kosten Unterwegs: etwa 1200 Euro
Rückflug: etwa 500 Euro

Alles in allem kommt man also schon mit unter 3000 Euro hin (zwar auch eine Stange Geld, doch für eine solche Reise ein unglaubliches Schnäppchen....)

Also, was hält Euch noch auf?


TIPPS AM STÜCK:

Tipps und Ausrüstung

Eines vorweg: Der allerwichtigste Tipp, den ich jedem, der eine solche oder ähnliche Reise plant, mit auf den Weg geben kann, ist, so wenig Gepäck wie möglich mitzunehmen. Ein Motorrad hat nun mal keinen Kofferraum und deshalb sollte nach einer durchdachten Erstellung der Packliste noch einmal die Hälfte aller Dinge, die einem zuvor als wichtig erschienen, gestrichen werden. Jedes überflüssige Kilo wird sich früher oder später bitter rächen.

Mein Motorrad
Yamaha XTZ 660 Tenere, Baujahr 1993 – für 1436 Euro bei eBay ersteigert. Sicher gibt es bessere Motorräder. Im Hinblick auf das Preis- Leistungsverhältnis schien mir dieses Modell jedoch die optimale Wahl zu sein. Nicht zuletzt weil wir geplant hatten, die Motorräder am Ziel der Reise zu verkaufen. Neben einem auswaschbaren K&N Luftfilter, einer 12Volt-Steckdose und einem in einer Schlosserei gefertigten Kofferträger nebst stabilen Aluminium-Koffern, ist das Motorrad weitestgehend im Originalzustand geblieben. Ich habe jedoch alle wichtigen Schraubverbindungen mit hochfestem Schraubenkleber gesichert und die Betriebsflüssigkeiten vor der Abfahrt erneuert. Rückblickend kann ich sagen, dass ich mit diesem Motorrad jederzeit wieder auf Tour gehen würde. Es ist zuverlässig, stabil, ohne Diagnosegeräte leicht zu reparieren, und es hat uns in den wirklich wichtigen Situationen nie im Stich gelassen. Die Pannen, die wir hatten, waren auf eigene Dummheit und Nachlässigkeit im Vorfeld zurückzuführen. Die einzige Schwachstelle, die ich auf der extrem harten Tour feststellen konnte, sind die am hinteren Rahmen angeschweißten Muttern, die zur Befestigung des Kofferträgers dienen. Hier würde ich eine Verstärkung anschweißen, um zu verhindern, dass der Träger auf den gnadenlosen Wellblechpisten den Geist aufgibt.

Reifen
Nach dieser Reise schwärme ich geradezu von dem Modell Anakee von Michelin. Dieser Reifen kommt sowohl im Gelände als auch auf asphaltierten Straßen sehr gut klar und hat eine unschlagbare Laufleistung zu bieten. Ich glaube sogar, dass er uns im Ernstfall noch bis nach Köln zurück gebracht hätte. Der TKC 80 von Continental, den ich in Deutschland immer vorgezogen habe, hat uns aufgrund des hohen Verschleißes ziemlich enttäuscht. Wichtig ist es überdies, Flickzeug, ein paar Schläuche, ein Luftdruckmesser, eine Luftpumpe und Reifenmontiereisen mitzunehmen. Ach ja, den Hauptständer nicht vergessen.

Tanken
Inklusive unserer 10-Liter-Reservekanister für Notfälle betrug die Reichweite unserer Motorräder rund 500 km. Da man in einigen asiatischen Ländern den Sprit aus Eimern oder Gießkannen direkt in den Tank gegossen bekommt, ist es unbedingt zu empfehlen, ein spezielles Sieb mitzunehmen, das man in die Tanköffnung steckt, um grobe Verunreinigungen zu vermeiden. Die Qualität des Kraftstoffs ist mitunter trotzdem miserabel (72 Oktan, anstatt 95-98 Oktan, wie in Deutschland üblich. Hier beschleunigt das Motorrad selbst bei Vollgas kaum auf Geschwindigkeiten über 90km/h). Dafür beträgt der Preis in Kasachstan und den anderen asiatischen Staaten nur etwa 40 Cent pro Liter.

Geld
Ich war positiv überrascht, wie gut man mit der guten, alten Maestro-Card durchkommt. Wichtigstes Zahlungsmittel ist jedoch Bargeld. Wir hatten unsere Bestände zu gleichen Teilen in Euro, Dollar und Rubel aufgesplittert und sind damit prima zurechtgekommen. Geldautomaten gibt es in jeder größeren Stadt. Traveller-Schecks sind nirgendwo zu gebrauchen. Selbst die gängigen Kreditkarten wie Master-Card und Visa wurden vielerorts nicht akzeptiert.

Polizei
Ein leidiges, mitunter aber sehr amüsantes Thema. Bis auf die EU-Staaten, die Mongolei (dort vermutlich aus Personalmangel) und China hat die Ordnungsmacht kaum eine Situation ungenutzt gelassen, um die Hand aufzuhalten. Wenn man sich aber überfreundlich und saudumm zugleich stellt, sind die meisten Uniformierten als eher harmlos einzustufen. Tipp: Kopien der Papiere vorzeigen und irgendwelche wertlosen Scheine griffbereit halten, die man noch aus dem Urlaub übrig hat. Niemals vorschnell die geforderte Summe zahlen. Dadurch macht man nachfolgenden Reisenden unnötig das Leben schwer.

Internet
In beinahe jeder Stadt findet sich ein Internetcafé, das mit so genannten „Highspeed-Verbindungen“ für sich wirbt. Das Öffnen einer E-Mail kann in vielen Fällen jedoch zur Geduldsprobe werden. Um von unterwegs Fotos ins Netz stellen zu können, musste ich die Dateigröße der Bilder erheblich reduzieren. Ich habe dazu das Programm Paint von Microsoft benutzt, da dieses nahezu auf jedem Rechner zur Verfügung steht. Die Arbeitsschritte, die nötig sind, um Bilder zu verkleinern, habe ich auswendig gelernt, da die Menüführung meist in kyrillisch oder anderen für mich nicht lesbaren Sprachen verfasst ist.

Klima
Die Temperaturen reichten in der Zeit, in der wir unterwegs waren, von über 40° C bis unter 0° C. Die optimale Reisezeit ist von Mai bis September. Davor und danach kann das Wetter mit bösen Überraschungen aufwarten.

Handy
Zur Kontaktaufnahme in Notfällen ist ein Handy empfehlenswert. In ganz Europa gibt es nahezu flächendeckenden Empfang. In Asien zumindest im Umkreis aller größeren Städte. So stellt es eine günstige Alternative zu einem kostspieligen Satellitentelefon dar.

Verständigung
Wer will und kann, sollte sich zumindest ein paar Worte Russisch aneignen. Erstaunlich wie weit man kommt, wenn man Land und Leuten auf diese Art seine Wertschätzung entgegenbringt. In vielen Fällen ist Deutsch sogar verbreiteter als Englisch.

Übernachten
Übernachten sollte man überwiegend im Zelt. Dies ist Kosten sparend und an fast allen Orten völlig unproblematisch. Hotels in Großstädten sind unverschämt teuer.

Carnet de Passage
Die Zollbescheinigung ist in keinem der von uns bereisten Länder vorgeschrieben.



Meine Packliste

Papierkram
Reisepass mit den verschiedenen Visa (Russland, Kasachstan, Kirgistan, Mongolei und China), Ersatzreisepass (was viele nicht wissen: Man kann sich beim Einwohnermeldeamt mehrere Reisepässe ausstellen lassen), internationaler Führer- und Fahrzeugschein, EC-Karte, Kreditkarten, ADACKarte (unbedingt Plusmitgliedschaft, da einem auch am Arsch der Welt unbürokratisch geholfen wird), Impfpass, Auslandskrankenversicherung (bei der UKV kosten die ersten 45 Tage etwa zehn Euro, für jeden Folgetag werden 1,50 Euro pro Tag berechnet – muss bei der Beantragung des Russland-Visums vorgelegt werden), Bargeld 1000 Euro in mehreren Währungen, Heft mit Kontaktadressen, Internetadressen und Passwörtern, laminierte Kopien der wichtigsten Dokumente (alle wichtigen Daten und Kopien habe ich mir zuvor per E-Mail an mich selbst geschickt, um im Verlustfall darauf zurückgreifen zu können. Außerdem Reiseführer (Ukraine, Russland, Central Asia, Mongolia, China), Landkarten (Europa, Zentralasien, Mongolei, China und Kasachstan von Reise Know How), Geldbörse, Brustbeutel, kleines Fotoalbum mit Privatfotos (kommt immer gut an, wenn man zeigen kann, wie man selbst in Deutschland lebt).
Camping-Ausrüstung MSR-Kocher mit 1-Liter-Brennstoffflasche, Windschutz, Ersatzpumpe und Ersatzteile für den Kocher, Essbesteck, Küchenschwamm, Trockentuch, Kartoffelpüreepulver, Linsensuppe, Teebeutel, Kaffeepulver, Gewürze, Süßstoff, Olivenöl, Kaffeekanne zum Drücken, Tasse, Plastikteller, Reisewecker, MSR Mini-Works Wasserfilter, zwei 1,5-Liter-PET-Flaschen (sind billiger und stabiler als die teuren Alu-Flaschen), Aluminium Kochtopf, Teflon-Pfanne, Sparschäler, Feuerzeuge, Box mit persönlichen Dingen, Leatherman Multitool, Zelt Tatonka Alaska 2, Plastikplane als Zeltunterlage, Tarp mit zwei Teleskopstangen, Reparaturhülsen fürs Zeltgestänge, Zeltwandreparaturset und Nahtdichter, Isomatte (Thermarest Pro lite), Mini-Kopfkissen, Schlafsäcke (Yeti ultraleicht Daune und einen leichten Kunstfaserschlafsack Ajungilak Compact Summer), Kanusack T-Tremer, Wasserbeutel und Dokumententaschen von Ortlieb, Weltempfänger, kleines Fernglas, Moskitonetz, Nähzeug, Kulturbeutel, Erste-Hilfe-Set, Medikamententasche (Schmerzmittel, Breitbandanti-biotikum, Erkältungsmittel, etc.), Korkenzieher, Messer, Minirucksack, Taschenbücher, Pack- und Müllsäcke, Universal-Reisestecker, Stirnlampe, Zeltlampe, Sonnenbrille, MP3-Player, Handy mit Ladegerät, Kartenspiele, Würfel, Kniffelblock, Kompass, GPS Gerät Garmin 60CX plus 12Volt-Kabel, Speicherkarten mit Worldmap und zuvor gespeicherten Waypoints.


Kameraausrüstung
Spiegelreflexkamera Minolta Dynax 7D, Objektive: 60-300mm, 28-70mm, Filter: Graufilter, UV-Filter, Nahlinse, Pol-Filter, Stativ, Akku-Ladegerät für Kamera, 3 Ersatz-Akkus, USB-Kabel, 6 Speicherkarten je 2 GB, digitale Kleinbildkamera für spontane Schnappschüsse (immer in der Brusttasche), 2 SD-Speicherkarten mit 512 MB Ortlieb Aqua-Cam Kameratasche

Ersatzteile und Werkzeug
Regler, Ersatzkette mit Kettenblatt und Ritzel, Ölfilter, 3 Liter Reserveöl, Zündkerzen, Reparaturanleitung und Schaltplan XTZ, Batterie, Spannungsprüfer, Kabel, Zündkabel, Zündkerzenstecker, Bremsbeläge, Sicherungen, Benzinleitung, Kupplungsscheiben (hatten wir leider nicht dabei), Schrauben- und Muttersortiment, Schraubenkleber, Panzerband, Kabelbinder, Ersatzbirnen, Kettenspray, Miniluftpumpe, Reifenmontierhebel, Flickzeug, Eisensägeblatt, kleine Feile, Kettennietgerät, Schleifpapier, Kupferpaste, 2- Komponentenkleber, Ring- und Maulschlüssel, Schraubendreher, Zündkerzenschlüssel, ein Satz Speichen (hatten wir leider auch nicht dabei), Gipserbeil (von einer Seite geschliffen als Hammer und Axt-Ersatz), Luftdruckmesser, Silikon, Seilschloss und Ersatzschlüssel für sämtliche Schlösser.

Klamotten
Unterwäsche, T-Shirts, Softshell-Hose, Jeanshose, Badehose, kurze Hose, lange Unterhose, Teva Sandalen, Outdoorschuhe, Handtücher, Fleece-Pulli, Windstopper und Regenjacke, Kapuzenpulli, Halstuch, Mütze, dünne und dicke Socken.

Motorradbekleidung
Ein wichtiger Punkt, dem man große Aufmerksamkeit schenken sollte. Mich haben die Protektoren bei Stürzen vor schweren Verletzungen, und somit vor dem sicheren Aus bewahrt. Wer sich in der Mongolei die Knochen bricht, wird viel Zeit haben, um über vernünftige Ausrüstung nachzudenken.
Komplette Ausrüstung von Polo-Motorradbekleidung. Helm: Nexo Circuit, Stiefel: Oxtar TCX Pro, Hose: FLM Air Mesh (bei den heißen Temperaturen ideal und in Verbindung mit einer Regenhose auch bei Kälte noch bequem), Jacke: Pharao Enduro, Handschuhe: A-Star Sommerhandschuhe, Brille: ProGrip Cross, Nierengurt.